In Existenzgründer - Gewerberecht

von Prof. Dr. iur. Thorsten S. Richter

Schritt 1 Klären Sie, in welcher Ausgangssituation Sie stecken!
Schritt 2 Überlegen Sie, welche Motive Ihnen am Wichtigsten für Ihre Rechtsformwahl ist!
Schritt 3 Wenn Sie schon begonnen haben: Finden Sie heraus, welche Rechtsform Sie bisher gehabt haben!
Schritt 4 Wenn Sie noch nicht begonnen haben: Legen Sie den Zeithorizont fest, bis wann Sie Ihre Rechtsform-Wahl mit welchen Personen und Schritten getroffen haben müssen!
Schritt 5 Suchen Sie sich kompetente Berater für die Rechtsformwahl!
Schritt 6 Legen Sie sich einen Fragenkatalog an, wo Sie Ihre Fragen notieren!
Schritt 7 Sammeln Sie alle benötigten Unterlagen an einem Ort!


Schritt 1
Klären Sie, in welcher Ausgangssituation Sie stecken!

  • Ganz am Anfang, noch keine genauen Vorstellungen?
  • Bereits erste Überlegungen?
  • Konkreter Gründungstermin steht?
  • bislang arbeitslos?
  • bislang abhängig beschäftigt?
  • bislang freiberuflich tätig?
  • bereits gegründet als Einzelperson mit einfachster Rechtsform?
  • bereits gegründet mit anderen zusammen mit einfachster Rechtsform?
  • bereits längere Zeit am Markt tätig, jetzt Neugründung einer anderen Gesellschaft?
  • Kauf einer anderen Gesellschaft
  • etc.

Schritt 2
Überlegen Sie, welche Motive Ihnen am Wichtigsten für Ihre Rechtsformwahl ist!

1. Existenzgründung

  • Beispiel: Ausweitung eines privaten Hobbys
  • Ziele: Gründungsmodalitäten sollten möglichst einfach sein, spricht eher für GbR, statt für GmbH
  • leichte Handhabung der Rechtsform

2. Ausweitung der Unternehmenstätigkeit

Beispiel: Erste gefahrträchtige Geschäfte
Der Unternehmer U hat sich mit seinem neuen Namen Ullrich Müller e.K. im Handelsregister eintragen lassen.
Kurz darauf möchte er beim rechtlich noch unerfahrenen Geschäftsführer G der G-GmbH in großem Umfang Produktionsmittel für seine eigene Fertigung einkaufen.

Erste Fragen:

  • Was ist eine Rechtsform? Was ist begrifflich eine Gesellschaft?
  • Welche Rechtsformen gibt es in Deutschland? Wo sind Rechtformen geregelt?
  • Was versteht man unter den Bezeichnungen „e.K.“ und „GmbH“?
  • Welche Bedeutung haben welche unterschiedlichen Rechtsformen?
  • Aus welchen Gründen sollte man eine bestimmte Rechtsform wählen – andere dagegen nicht?
  • Muss der Geschäftsführer G der G-GmbH bei den Vertragsverhandlungen ein Dokument über seine Einsetzung als Geschäftsführer im Original mitbringen, damit die Gesellschaft G-GmbH aus den Vertragsverhandlungen wirksam berechtigt und verpflichtet wird?
  • Auf welchen unterschiedlichen Ebenen kann es zu Streitigkeiten im Gesellschaftsrecht kommen?
  • Funktionsweise innerhalb des Unternehmens? z.B. im Hinblick auf Gewinn- und Verlustbeteiligung soll weiterhin im Sinne der Betreiber sein

3. Regelung der Betriebsnachfolge / Generationenwechsel

  • Fachliche und persönliche Eignung der Nachfolger für die Unternehmung ist beispielsweise besonders wichtig

4. Beteiligung von Mitarbeitern

  • Rechnungslegung gegenüber den Mitarbeitern sollte nicht zu kompliziert sein und auch keine Geschäftsgeheimnisse verletzt werden

5. Verminderung von aufgetretenen Haftungsrisiken zu bezahlen wären

  • Haftungsbegrenzung ist vordergründig zu erreichen, ohne dass z.B. zu kostspielige Versicherungen wie Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen zu bezahlen wären

6. Verbesserung der Liquidität

  • Vermögensverhältnisse stehen dann im Vordergrund, wie z.B. die Art der Einlagen und der Kapitalbeschaffung

7. Kooperation mit anderen Unternehmen

  • Funktionsweise und Rechnungslegung sollte so abgestimmt sein, dass ein funktionierender Betrieb machbar wird

Schritt 3
Wenn Sie schon begonnen haben: Finden Sie heraus, welche Rechtsform Sie bisher gehabt haben!

  • Einzelunternehmer
  • Kaufmann
  • BGB-Gesellschaft
  • OHG
  • etc.

Schritt 4
Wenn Sie noch nicht begonnen haben: Legen Sie den Zeithorizont fest, bis wann Sie Ihre Rechtsform-Wahl mit welchen Personen und Schritten getroffen haben müssen!

Legen Sie den Gründungstermin fest!

  • Sammeln Sie für Sie notwendigen Einzelschritte bis zur Gründung zusammen
  • Stellen Sie einen Zeitplan auf, z.B. in Excel oder mit Software
  • Werden Sie nach und nach detaillierter im Zeitplan!
  • etc.

Schritt 5
Suchen Sie sich kompetente Berater für die Rechtsformwahl!

Klären Sie, wieviel Know-how Sie selbst evtl. aus vorangegangenen Gründungen schon haben!

  • Was kann der Berater Ihnen leisten?
  • Wie finanzieren Sie einen Berater?
  • Wann lohnt sich ein Berater?
  • Wie viel Zeit haben Sie für die Inanspruchnahme eines Beraters?
  • Wie finden Sie einen guten Berater?
  • Welche Netzwerke gibt es?
  • Suchen Sie sich einen guten Steuerberater!
  • Sorgen Sie dafür, das Sie rechtlich gut beraten sind, z.B. durch einen Rechtsanwalt!
  • etc.

Schritt 6
Legen Sie sich einen Fragenkatalog an, wo Sie Ihre Fragen notieren!

Schaffen Sie für Klarheit für sich selbst und den Gesprächen mit Beratern, Behörden und Freunden!

Ordnen Sie die Fragen in verschiedene Kategorien: z.B.

  • betriebswirtschaftliche,
  • rechtliche,
  • private bedeutsame,
  • oder zuerst zu erledigende Fragen, etc.

Schritt 7
Sammeln Sie alle benötigten Unterlagen an einem Ort!

Fügen Sie zu jedem Schritt in Ihrem Zeitplan auch die für die dortigen Termine benötigten Unterlagen hinzu!

  • Machen Sie Kopien von wichtigen Unterlagen!