In Existenzgründer - Gewerberecht

von Prof. Dr. iur. Thorsten S. Richter

Fall

Im Ausgangsfall des rumänischen Trockenbauers R (Finanzgericht Sachsen, 13.08.2014 – 8 K 650/14) sind in dem Fragebogen unter 6. Angaben zur Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer die nachfolgenden Angaben zu machen, wenn der R Arbeitnehmer eingestellt hätte:

Auf einem Blick

1 Anzahl der Arbeitnehmer
2 Beginn der Lohnzahlungen
3 Anmeldungszeitraum

 

1
Anzahl der Arbeitnehmer – Zeile 125

Tipp 1
Melden Sie rechtzeitig Ihre Arbeitnehmer an!

Die Lohnsteuer-Anmeldung ist bis zum 10. Tag nach Ablauf jedes Anmeldungszeitraums nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz auf elektronischem Weg nach Maßgabe des § 87b AO zu übermitteln.

  • Sie finden das elektronische Formular nach dem Login bei >> Mein ELSTER >> Formulare & Leistungen >> Alle Formulare >> Lohnsteuer.
  • Auf Antrag kann das Finanzamt zur Vermeidung von unbilligen Härten auf eine elektronische Übermittlung verzichten;
  • in diesem Fall ist die Lohnsteuer-Anmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck abzugeben
  • und vom Arbeitgeber oder von einer zu seiner Vertretung berechtigten Person zu unterschreiben (§ 41a Absatz 1 Sätze 2 und 3 EStG).

Tipp 2
Geben Sie diese verschiedenen Arten von Arbeitnehmern gesondert an!

Geben Sie wegen der unterschiedlichen Besteuerung Zahlen zu folgenden Begriffen ein:

  • die Gesamtzahl der Arbeitnehmer, einschließlich Aushilfskräfte
  • die Familienangehörigen
  • die geringfügig Beschäftigten, sog. Minijobs, derzeit 450 Euro-Jobs

Test

  • Warum sind unterschiedliche Personen zu beachten?

2
Beginn der Lohnzahlungen – Zeile 126

Tipp 1
Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet Lohnsteuer einzubehalten und an das Finanzamt mittels dem ELStAM-Verafhren zu verwalten!

Als Arbeitgeber müssen Sie daher von Beginn der Lohnzahlungen das Verfahren der Lohnsteuerabführung einhalten, wie es hier in der Ausfüllhilfe beschrieben wird:

  • Die persönlichen Lohnsteuerabzugsmerkmale (zum Beispiel Steuerklasse) werden dem Arbeitgeber elektronisch mitgeteilt (ELStAM-Verfahren).
  • Der Arbeitgeber hat bei Beginn des Dienstverhältnisses die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale für den Arbeitnehmer beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) durch Datenfernübertragung abzurufen und sie in das Lohnkonto für den Arbeitnehmer zu übernehmen.
  • Zum Zweck des Abrufs der Lohnsteuerabzugsmerkmale hat der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber daher bei Eintritt in das Dienstverhältnis mitzuteilen, wie die Identifikationsnummer sowie der Tag der Geburt lauten und ob es sich um das erste oder ein weiteres Dienstverhältnis handelt.
  • Die abgerufenen elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale sind vom Arbeitgeber für die Durchführung des Lohnsteuerabzugs des Arbeitnehmers anzuwenden, bis ihm das BZSt geänderte elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale zum Abruf bereitstellt oder der Arbeitgeber dem BZSt die Beendigung des Dienstverhältnisses mitteilt (§ 39e EStG).
  • Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer bei maschineller Lohnabrechnung unmittelbar nach der Formel des Einkommensteuertarifs mit Hilfe eines Lohnsteuer-Programms oder anhand der Lohnsteuertabellen (im Buchhandel erhältlich oder unter bmf-steuerrechner.de) und den persönlichen Lohnsteuerabzugsmerkmalen der Arbeitnehmer zu ermitteln, es sei denn, die Lohnsteuerermittlung erfolgt pauschal.

Test

  • Wie funktioniert der Lohnsteuerabzug bei Arbeitnehmern?

3
Anmeldungszeitraum – Zeile 127

Tipp 1
Ermitteln Sie die voraussichtlich zu entrichtende Lohnsteuer im Kalenderjahr!

Da sich der Anmeldezeitraum nach der Höhe der voraussichtlich zu entrichtenden Lohnsteuer im Kalenderjahr richtet, sollten Sie zunächst die Grenzen und die Abgabezeiträume ermitteln.

Dabei helfen z.B. der Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums.

Tipp 2
Halten Sie die folgenden Grenzen ein!

Voraussichtliche jährliche Lohnsteuer – Abgabezeitraum

  • Bis 1.080 Euro = Jährlich
  • Mehr als 1.080 Euro bis 5.000 Euro = Vierteljährlich
  • Mehr als 5.000 Euro = Monatlich

Tipp 3
Prüfen Sie, ob eine Befreiung von der Lohnsteuer-Anmeldung möglich ist!

Dieses ist möglich, wenn Sie dem Betriebsstättenfinanzamt mitteilen können,

  • dass Sie im Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum keine Lohnsteuer einzubehalten oder zu übernehmen haben,

weil der Arbeitslohn nicht steuerbelastet ist.

  • Dies gilt auch, wenn er nur Arbeitnehmer beschäftigt, für die er lediglich die 2 %-ige Pauschsteuer an die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See abzuführen hat.

Test

  • Wie ermittelt man die voraussichtliche Lohnsteuer?

 

=> Weiter geht es…

 

PS: Alle Inhalte wurden sorgfältig recherchiert und juristisch geprüft. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Inhalte aufgrund der im konkreten Fall gegebenen Besonderheiten nicht passen. Eine Haftung kann für die obigen Inhalte nicht übernommen werden.

Um das auszuschließen bitte ich Sie, vor der Anwendung der hier erläuterten Inhalte diese zu überprüfen und bei Zweifeln u.a. unsere juristischen Partner zu kontaktieren.