In Existenzgründer - Gewerberecht

von Prof. Dr. iur. Thorsten S. Richter

Ziele:

  • günstigere Kreditzinsen und Rückzahlungsraten, da kein kommerzieller Partner (wie bei Banken),
  • rechtlich ist eine stille oder eine offene Beteiligung bzw. partiarischen Darlehen/Nachrangdarlehen von Kapital- und Know-how-Gebern beabsichtigt (Ausnahme Crowdfunding),
  • Rechtsgrundlage ist das HGB und ein Beteiligungsvertrag mit zahlreichen Informationsrechten der Teilhaber und Garantiezusagen der Gründungsunternehmer,
  • vgl. das Business-Angel Beteiligungsvertrags-Beispiel von Dr. Weitnauer
  • Welche vertraglichen Pflichten müssen Sie in den Beteiligungsverträgen der Crowdfinancing & Co-Finanzierungen eingehen?

Schritt 1

Accelerator Programme prüfen (zeitlich begrenztes Förderprogramm)

  • Investoren: Inkubatoren, Venture-Capital-Unternehmen, staatlichen Stellen oder Hochschulen
  • eigene Accelerator Infrastruktur mit einem Mentor als Coach, der oft sehr erfahren ist
  • Beispiele: Accelerator-Programm von Microsoft
  • Gegenleistung: privat betriebene Acceleratoren verlangen oftmals Anteile am Unternehmen
  • Nachteile: bei Beteiligung des Accelerators Einwirkungsmöglichkeiten auf Unternehmen von außen, beteiligte Investoren treffen aber auch Haftung für Verluste begrenzt auf die Einlage, so dass der jährliche Gewinn zur Deckung des Verlustes eingesetzt wird, § 232 HGB
  • Vorteile: z.B. Reputationsgewinn, Anschluss an Netzwerk des Investors
  • unterschiedliche Laufzeiten, von wenigen Tagen, Wochen, Monate über mehrere Jahre

Schritt 2

Kontaktaufnahme zu einem Business Angels (vermögende private Investoren)

  • Investoren: Privatpersonen mit Kapital und Know-how, das sie in das Gründungsunternehmen in der frühen Startphase einbringen, wenn das Unternehmen gut seine Unternehmensidee präsentiert (One-Pager und Pitch-Deck-Präsentation mit Angaben zum Geschäftsmodell)
  • Beispiele: zu finden über Business Angels Netzwerke (BAND), Business Angels Tage (DBAT), Business Angels Börsen (ExchangeBA)
  • Infrastruktur: Business Angel wird Miteigentümer mit z.B. Beteiligungsvertrag, vgl. das Beispiel von Dr. Weitnauer, wollen evtl. Anteile nach einigen Jahren gewinnbringend verkaufen
  • Gegenleistung: Unternehmensanteile, in der Regel aber hat der Gründer die Mehrheit der Anteile
  • Nachteile: Einwirkungsmöglichkeiten auf Unternehmen von außen, Investor trifft aber auch Haftung für Verluste
  • Vorteile: Zuschüsse für den Investor vom Staat als Investitionszuschuss Wagniskapital
  • unterschiedliche Laufzeiten: mehrere Jahre bis zu 10 Jahren

Schritt 3

Suche nach einem passenden Inkubator (personelle und räumliche Hilfsmittel zusätzlich zur finanziellen Unterstützung) in einer sehr frühen Phase der Geschäftsidee (Seed-Phase)

  • Investoren: Gründerzentren und Technologiezentren z.B. an Universitäten, aber auch ehemalige Gründer
  • Beispiele: hub:raum (von Telekom), Main incubator oder Project A Ventures
  • Infrastruktur: enge Zusammenarbeit mit Venture-Capital-Gebern und Business-Angels
  • Gegenleistung: Unternehmensbeteiligung in der Regel nicht mehr als 50 % der Anteile
  • Vorteile: umfangreiche Unterstützung außerhalb der Zuwendung finanzieller Mittel und dadurch Sicherung, dass Geschäftsidee zum Erfolg wird, z.B. durch Unterstützung bei der Marktforschung, Entwicklung von Marketingstrategien, Netzwerkbereitstellung mit weiteren Kooperationspartnern
  • unterschiedliche Laufzeiten: bis zu mehreren Jahren

Schritt 4

Crowdfunding für kleinere Summen aber auch nicht-finanzielle Unterstützungen kreativer Unternehmensideen in Betracht ziehen

  • Investoren: Vielzahl an Geldgebern tun sich auf Internetplattformen für ein Projekt zusammen, ohne rechtlich in einem Beteiligungsverhältnis zum Empfänger zu stehen – anders als beim Crowdinvesting, wo viele kleine Business Angels in Form von stillen Beteiligungen oder partiarischen Darlehen auf Internetplattformen gefunden werden, sie unten
  • Beispiele: Kickstarter.com, 100days.de
  • Infrastruktur: abhängig von Internetplattform, in der Regel sucht man für Projekte Geldgeber oder Know-How-Bringer
  • Gegenleistung: statt Zinsen oder Gewinnbeteiligungen gibt es regelmäßig Sachspenden, immaterielle Leistungen wie z.B. Danksagungen
  • Vorteile: geringe Kosten für den Betreiber der Internetplattformen, keine Einwirkungen von den Investoren auf das Gründungsunternehmen
  • unterschiedliche Laufzeiten: in der Regel kurze Dauer von wenigen Tagen

Schritt 5

Crowdinvesting beim Einsammeln von Kapital von einer Vielzahl von Kleinst-Investoren auf speziellen Internet-Plattformen in Betracht ziehen

  • Investoren: viele kleine Business Angels werden in Form von stillen Beteiligungen oder partiarischen Darlehen auf Internetplattformen gefunden werden
  • Beispiele: Seedmatch, Mashup Finance oder Innovestment.
  • Infrastruktur: abhängig von Internetplattform, in der Regel sucht man für Projekte Geldgeber
  • Gegenleistung: in der Regel Nachrangdarlehen oder partiarische Darlehen, bei denen Verzinsung in Form einer Gewinn- oder Umsatzbeteiligung erfolgt, die Investoren aber nicht am Unternehmen beteiligt sind und der Unternehmer weiterhin seine Entscheidungen alleine treffen kann, der Investor ist nicht an den Verlusten des Gründungsunternehmens beteiligt und haftet auch nicht für Schulden, keine Nachhaftung!
  • Vorteile: es fallen nur geringe Kosten für den Betreiber der Internetplattformen an, schnelle Geldbeschaffung, Risiko wird auf viele Investoren verteilt, keine Einwirkungsmöglichkeiten auf Gründungsunternehmen
  • unterschiedliche Laufzeiten: in der Regel kurze Dauer von wenigen Tagen

Schritt 6

Ventue Capital Gesellschaften besonders für die Zeit der Wachstumsphase prüfen!

  • Investoren: Vermögende Personen investieren in Beteiligungsgesellschaften (Venture Capital Fonds), die ihrerseits sich wieder in Gründungsunternehmen bestimmter Branchen (z.B. Technologie) mit einem Beteiligungsvertrag einbringen
  • Beispiele: Accel Partners, Acton,
  • Infrastruktur: Beteiligungsgesellschaft mit Minderheitsbeteiligung
  • Gegenleistung: Gewinnbeteiligungen an die Mitgesellschafter (Fonds)
  • Nachteile: Einwirkungsmöglichkeiten auf Unternehmen von außen, Investor trifft aber auch Haftung für Verluste
  • Vorteile: zusätzlich zum Kapital wird Know-How und Branchenkenntnisse in das Gründungsunternehmen eingebracht, zum Teil werden Management-Kenntnisse vermittelt
  • unterschiedliche Laufzeiten: abhängig von dem jeweiligen Projekt, bis zu mehrere Jahre

 

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Ihr Online-Professor Thorsten S. Richter

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